von Nhu-Khanh Pham

Ladies in Black: 2 Punkte gegen Potsdam

3:2-Sieg nichts für schwache Nerven – Aachen kämpferisch überzeugend

Im zweiten der zwei Heimspiele am Wochenende holten sich die Ladies in Black Aachen in einem hochdramatischen und überaus spannenden Spiel zweier Teams auf Augenhöhe ein 3:2 (25:22, 23:25, 23:25, 25:18, 15:8) und sicherten somit im fünften Punktspiel zwei weitere wichtige Punkte für die Meisterschaft.
Im ersten Durchgang liefen die Aachenerinnen zunächst einem 2-Punkte Rückstand hinterher (6:8 zur ersten technischen Auszeit). Doch die zweite Hälfte ging klar an das Team um die wieder starke  Aachener Libera Kirsten Knip, so dass schon zur zweiten T.T.O. Aachen mit 16:14 führte. Während die Potsdamerinnen immer wieder Nicole Oude Luttikhuis als Aufschlagziel suchten, servierten die Aachenerinnen über das gesamte Spiel hinweg sehr häufig auf die Libera Potsdams, Sophie Dreblow. Über 21:18 ging Satz eins dann mit 25:22 an die Ladies in Black. Dabei vertraute Saskia van Hintum zunächst Britt Bongaerts im Zuspiel, Frauke Neuhaus auf Diagonal, Jeanine Stoeten und Tessa Polder auf der Mitte und neben der schon erwähnten Oude Luttikhuis der Kapitänin McKenzie Adams. Der zweite und dritte Durchgang waren fast identische Kopien voneinander, ähnelten sich vor allem im Satzverlauf: Potsdam drückte etwas mehr, schlug besser auf und machte etwas weniger Fehler, Aachen ließ sich oft zu sehr verunsichern und konnte erst zum Ende hin das Spiel jeweils wieder offen gestalten. Doch beide Sätze gingen leider knapp mit 23:25 an die Gäste. Den Beginn des dritten Satzes dominierte dabei Aachen noch extrem mit 6:1 (war Potsdam noch beim Pausentee?), doch ein unglücklicher Ball führte dann nicht zum 7:1, sondern weckte die Kampfeslust bei der Mannschaft aus Brandenburg um die frühere Aachenerin Ivona Svobodnikova und schnell stand es wieder 6:6. Frustriert wechselte das Aachener Team auf die andere Seite, welches zwischenzeitlich auf drei Positionen gewechselt hatte (Karolina Pisla für Oude Luttikhuis, Jelena Sunjic für Frauke Neuhaus und Anna Kalinovskaya für Polder).  Und jene Kalinovskaya war es dann im vierten Satz, welche die starke Diagonalspielerin Potsdams, die Serbin Drpa, gleich mehrfach pflückte und damit wichtige Blockpunkte beisteuerte. Übrigens war – nach den beiden extrem knapp und unglücklich verlorenen Sätzen zwei und drei – keinerlei Aufgabe auf Seiten der Ladies spürbar; im Gegenteil: die 1110 begeisterten Zuschauer bekamen nun eine kämpferische und mutige Aachener Sechs zu sehen, welche sich ruckzuck wieder die Stimmung und ihr Publikum auf ihre Seite holten. Der Lärm, den das Aachener Publikum in dieser Phase erzeugte, ließ die Ladies in Black nun auf einer Welle des Muts und Selbstbewusstseins schwimmen. Auf einmal klappten auch die schwierigen Bälle, der Aachener Block stand wie eine Wand und der Schnellangriff über die Mitte (Stoeten und Kalinovskaya) machte Punkt um Punkt. Und nun drehte auch Jelena Sunjic richtig auf, sie verwandelte quasi fast jeden Angriffsball zum Punkt – diese Phase führte auch sicherlich dazu, dass Gäste-Trainer Davide Carli Sunjic zur MvP des Spiels machte. Mit dem Rückenwind des gewonnenen vierten Durchgangs (25:18) ging es im Tie-Break direkt weiter, die Aachener Block- und Angriffswelle war nun nicht mehr zu stoppen. Über 5:1, 8:4 und 10:5 näherte das Heim-Team schnell und souverän dem Matchball (14:8), der auch direkt (Sunjic) unter tosendem Jubel der - sehr zufriedenen - Fans verwandelt wurde. Nun war erneut (nach dem 3:0 vom Samstag gegen VCO Berlin) Feiern angesagt – Ehrenrunde, Humba, das Übliche halt. Trainerin Saskia van Hintum, die Ivona Svobodnikova von Potsdam zur besten Spielerin erklärte, sagte hinterher: „Ich habe dem Team vor dem Tie-Break gesagt, heute müsst Ihr Euch belohnen… und das haben sie dann auch getan.“
Nächste Woche pausiert nun die Meisterschaft, das DVV-Pokal-Achtelfinale steht an und die Aachenerinnen – jetzt Tabellenfünfter - müssen zum MTV Stuttgart (Vierter), bei dem es am ersten Spieltag der Liga noch eine knappe 1:3-Niederlage gab – mal schauen, was im Pokal so geht. Doch damit wird sich das Team erst nach den zwei verdienten freien Tagen beschäftigen. Die 1110 Zuschauer jedenfalls werden bestimmt wiederkommen, wenn am 18.11. dann Suhl zur Neuköllner Straße kommen wird.

Zurück